Die Schreibmaschine
Wie muss das früher in den Büros geklungen haben? Schon eine einzige macht Krach, eine ganze Armee verursacht vermutlich einen Höllenlärm. Diese Gedanken habe ich, als ich meine ersten Tippversuche auf meinem neuen Schätzchen unternehme.
Sie ist schwer, grün-beige, ein echter Klassiker, und besonders cool finde ich, dass sogar die Gebrauchsanleitung und der Schlüssel noch dabei sind. 28 Euro bei ebay, ich bin sofort verliebt, als ich sie das erste Mal in den Händen halte.
Und dann stelle ich fest, dass sie eine Geduldstrainingsmaschine ist. Denn Korrekturband habe ich natürlich nicht. Was nicht fehlerfrei ist, muss neu getippt werden. Von Anfang an. Nach jedem Fehler ein laut ausgerufenes “SCHEISSE!”, dann ratsch, raus mit dem Papier, zerknüllen und im großen Bogen ab damit in den Papierkorb.
Ein neuer Anfang. Wird es dieses Mal klappen? Jetzt aber bitte konzentrieren.
Aufgrund meiner fehlenden Tippsicherheit werden es erst mal kurze Texte. Besser so, meine Frustrationstoleranz ist noch ausbaufähig. Der hier unten gefällt mir besonders gut, außerdem bringt er die Zweifarbigkeit zur Geltung. Sensationell, wie mechanisch durchdacht und ausgeklügelt diese Maschine ist. Manchmal sitze ich einfach schmachtend davor und bewundere sie, drehe hier und da an einem Rädchen und erfreue mich, dass die Menschheit so etwas grandios Pfiffiges entwickelt hat.